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Plastiksuppe Mittelmeer

Plastikmüll am Strand

Plastiktüten, Einwegrasierer, Zahnbürsten, - in Milliarden winziger Teilchen zerschlagen. Schätzungsweise 500 Tonnen winziger Plastikteilchen aus derartigen Abfällen schwimmen derzeit im Mittelmeer, dienen dem Plankton und damit Fischen als Nahrung, werden von Algen besiedelt, und landen schlussendlich auch auf unseren Tellern. Dies sind die ersten Schlüsse einer bisher in Europa einmaligen Forschungsexpedition aus dem vergangenen Sommer, die Mitglieder der Vereinigung Mittelmeer in Gefahr (MED) im vergangenen Juli auf eigene Kosten durchführten.

Es ist eine ungenießbare Suppe, die über die Mittelmeerküsten von Frankreich, Norditalien und Spanien schwappt. Die Menge entspricht etwa 250 Milliarden Partikeln mit einem Durchschnittsgewicht von 1,8 Milligramm, erläutert François Galgani vom französischen Meeresforschungsinstitut Ifremer.

Die Partikel stammen von Plastikabfällen, die Menschen an den Stränden zurücklassen oder von Schiffen aus ins Wasser werfen; ein großer Teil wird auch von Flüssen angeschwemmt oder vom Wind ins Meer getragen. Die derzeitige Verschmutzung des Mittelmeers durch Plastikteilchen ist nicht mehr rückgängig zu machen, erklärt der Leiter der Expedition, Bruno Dumontet. Er nannte das Ergebnis der Untersuchung "besonders beunruhigend. Wir haben Wasserproben bis zu einer Tiefe von 15 Zentimetern auf ihren Gehalt an Plastikteilchen untersucht". Ausgewertet wurden die Proben dann vom Ifremer und dem Meeresforschungsinstitut der Universität im belgischen Lüttich.

Neue Untersuchungen noch in diesem Jahr
Noch in diesem Jahr wollen Forscher an die gleichen Stellen zurückkehren und untersuchen, ob sich die Verschmutzung verschlimmert hat. Außerdem sollen die Expeditionen unter anderem auf die Küsten Nordafrikas und Süditaliens ausgedehnt werden. Unter die Lupe wollen die Wissenschaftler zudem Wasserproben entlang der Küsten der Mittelmeerinseln Korsika und Sardinien.

Quellen: afp/sueddeutsche.de